Vodnjanska cesta 53a, 52212 Fažana, Istria/Croatia

Der Nationalpark Brijuni

Der Nationalpark Brioni ist ein Ort herrlicher Harmonie der Menschen, der Pflanzen- und der Tierwelt. Auf den Inseln Brioni wurden fast 700 Pflanzenarten und  ungefähr 250 Vogelarten verzeichnet. Ein mildes Mittelmeerklima machen diesen Ort angenehm und heilbringend. Bei der Überfahrt von Fažana vom Deck aus kann man beobachten wie sich sich der grüne Streifen der Inseln zu Veli Brijun verwandelt, der größten der 14 Inseln.

Spuren von Dinosauriern, Reste aus der Antike und der späteren Jahrhunderte, Werk von Menschen aus moderner Zeit finden sich auf diesem Gebiet. 1893  begann der Aufstieg durch das Werk des „Altösterreichers“, des Industriellen Paul Kupelwieser, des Besitzers der Inseln. Ein mondäner Sommer- und Kurort der höchsten Kategorie begann sich zu entwickeln und zu wachsen und verbreitete – in der Zeit Österreich-Ungarns und Italiens – seinen Ruhm durch ganz Europa und die Welt bis zu einer Unterbrechung in den Jahren des Zweiten Weltkriegs.

Brioni setzte sein Ansehen durch die politischen Aktivitäten des Marschall Josip Broz Tito, des Präsidenten des ehemaligen Jugoslawien fort, der im Jahr 1947 zum ersten Mal auf die Inseln kam. Kurzfristig kann man die Inseln Brioni mit dem Touristenzug kennen lernen, der verschiedene Eindrücke der natürlichen Schönheiten vermittelt; durch den Safari-Park, am byzantinischen Castrum vorbei, bei der römischen herrschaftlichen Villa in der Bucht Verige, sowie bei anderen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten.

Direkt am kleinen Hafen, neben den Hotels „Istra“, „Neptun“ und „Karmen“ steht die kleine Kirche des Hl. German aus dem 15. Jahrhundert mit einer Ausstellung istrischer Fresken und Kopien glagolitischer Inschriften. In der Nähe ist auch eine naturwissenschaftliche Sammlung, das Archäologische Museum und die Ausstellung „Tito auf den Brioni Inseln“.

Geografische Lage

Entlang der westistrischen Küste gibt es zahlreiche Inselgruppen, von denen das aus 14 Inseln bestehenden Brioni-Archipel das interessanteste, größte und zerklüftetste ist, mit einer Fäche von 7,4 km2.

Die derzeitigen Grenzen dieses Nationalparks wurden im Jahr 1999 festgelegt und umfassen sowohl den Landabschnitt als auch das anliegende Meer und die Unterwasserwelt, was einer Gesamtfläche von etwa 33,9 km2 entspricht. Die Küstenlänge um alle Inseln herum beträgt sogar 46,8 km. Die längste Küste hat Veliki Brijun (25,9 km), gefolgt von Mali Brijun (8,3 km).

Die Strände sind hauptsächlich niedrig und steinig, doch sind sie wegen der horizontalen Felsschichten leicht zugänglich. In einigen Buchten gibt es stellenweise Kieselstein und Sand. Der Nationalpark Brioni setzt sich aus den Inseln Veliki Brijun, Mali Brijun, Sv.Marko, Gaz, Okrugljak, Supin, Supinić, Galija, Grunj, Vanga (Krasnica), Pusti (Madona), Vrsar, Sv.Jerolim und Kozada zusammen. Geologisch und geomorphologisch sind die Brioni eine Fortsetzung vom westlichen “Roten Istrien”. Da die Tiefe des zu den Brioni führenden Kanals von Fažana lediglich 12 m beträgt, waren die Brioni vor etwa zehntausend Jahren ein Teil des istrischen Festlands. Die Inseln sind aus horizontalen oder leicht geneigten Kalksteinschichten des Kreidezeitalters aufgebaut, auf denen sich stellenweise eine verhältnismäßig dicke braune Erdschicht von Karbonat oder Terra Rossa befindet.

Das zu dieser Formation gehörende Gestein ist weiß, leicht brüchig, mit einer Marmorstruktur, reich an Ton und Kieselsäure. Es ist hart und gibt ein ausgezeichnetes Baumaterial ab. Die beschriebene Beschaffenheit dieses Gesteins wurde bereits von den römischen Baumeistern geschätzt, und es wurde später auch zum Bau zahlreicher Städte an der Adria benutzt. Die Brioni sind vom Klima her ein Teil des nördlichen Mittelmeers, mit charakterischen Merkmalen der westistrischen Küste und einem verhältnismäßig hohen Wert an relativer Luftfeuchtigkeit (76%). Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 13,9o C, und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 817 mm, während der Jahresdurchschnitt an Sonnenstunden bei 2350 h liegt.

Einzigartig für die Brionischen Inseln war schon in der Vergangenheit die besondere biologische Vielfalt, was sie ihrer geografischen Lage, der geologischen Bodenbeschaffenheit und der Geomorphologie, der Verschiedenartigkeit des Lebensraums und der Isoliertheit der Insel zu verdanken hat. Die natürliche biologische Vielfalt wurde außerem vom Menschen, durch sein traditionelles Wirtschaften bereichert.

Kulturgeschichtliches Erbe

„Wenn auch die, auf der Inselgruppe Brioni bisher noch unentdeckten und nahezu unzugänglichen Denkmäler aller Epochen – von den frühesten Perioden des vorromanischen Istrien, bis zum 16. Jahrhundert, entdeckt und für Forschungen erschlossen werden, wird diese herrliche Insel zu einem einzigartigen Museum mit einem reichen architektonischen Inventar von großer geschichtlicher Bedeutung werden. Allen Kulturen, die im Laufe der Vergangenheit die nordadriatische Küste besiedelten, kann schließlich jeweils ein Denkmal des architektonischen Erbes oder irgendein anderes Fragment zugeordnet werden, mit dem ihre Anwesenheit nachgewiesen wird.“
A Gnirs, 1911.

Die Inselgruppe Brioni ist eine außergewöhnliche Verbindung von Schätzen der Natur und eines kulturgeschichtlichen Erbes. Ein mildes Klima und die entsprechenden geographischen Bedingungen, die tief ins Land laufenden Buchten und die gut verteidigten höheren Lagen, sicherten den Menschen hier seit der Vorgeschichte bis zur neueren Zeit eine kontinuierliche Existenz. Auf dieser relativ kleinen Inselgruppe, mit einer Fläche von etwas mehr als 7 km2, wurden etwa hundert Standorte und Objekte archäologischer und kulturgeschichtlicher Schätze entdeckt, die den Zeitraum seit der erster Siedlung der Jungsteinzeit mit Lehmhütten in der Bucht Soline, bis zur Errichtung eines mondänen Ferien- und Kurorts zu Beginn des letzten Jahrhunderts umfassen, einschl. der Präsidentenresidenzen, die in den vergangenen 25 Jahren (1954-1979) von Staatsmännern aus sogar einem Drittel der ganzen Welt besucht wurden.

Ein derart zusammengefasster Lebenslauf einer Insel, die die Spuren einer fünftausendjährigen Existenz des Menschen sorgfältig bewahrt, stellt eine Legende ihrer wirklichen Entstehung dar, und bei Ankunft auf der Insel eröffnet sich uns in einer einzigartigen Harmonie von Flora, Fauna und Kulturerbe ein kleiner Teil des ursprünglichen Paradieses, eine seltene Verbindung der im türkisblauen Meer eingetauchten, stets grünen Inselgruppe, mit ihren von lebhaften weißen istrischen Steinen betüpfelten Buchten und Hügeln.